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Mit ‘schizoaffektive Störung’ getaggte Artikel

Inzwischen nehme ich nach Rücksprache mit meiner Psychologin nur noch die halbe Tagesdosis Zeldox.

Ich fühle mich wacher und scheine wieder etwas aktiver zu werden. Wenn die kommenden zwei Wochen ebenso gut laufen, werde ich Zeldox ganz absetzen, worauf ich mich ehrlich gesagt schon freue.

Nicht nur, dass ich dann etwas weniger Chemie zum Überleben brauche sondern auch meinen Geldbeutel wieder etwas entlasten kann. Zeldox ist ähnlich hochpreisig, wie Cymbalta. Bei beiden Medikamenten muss ich in der Apotheke jeweils 10 Euro zuzahlen, was zugegebenermaßen geringfügig ist im Vergleich zum normalen Verkaufspreis. Da schlägt nämlich Cymbalta mit 272,41 Euro und Zeldox mit satten 357,95 Euro zu Buche.

An dieser Stelle mal ein Dankeschön an unser Gesundheitssystem, ohne das ich mir das Besser fühlen trotz Krankheit überhaupt nicht erlauben könnte.

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Der Rest des Mini-Urlaubs stand im Zeichen des Praktikums. Abends klingelte das Telefon und schon am nächsten Tag hatte ich ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum als Bürokauffrau, das dann auch gleich montags startete. Ein absolutes Gefühlschaos. Noch bevor das Praktikum anfing, schlitterte ich Sonntagabend beinahe in eine Krise. Nur gut, dass mein Herzbube da war und ich mich in seine Arme flüchten konnte.

Am Montag startete ein Praktikum in dem Beruf, den ich ursprünglich mal gelernt und sogar gern ausgeübt hatte. Davon war nichts mehr übrig. Die Arbeit ödete mich einerseits an und überforderte mich von der Konzentration andererseits. Jeder Tag ein Spagat und Kraftakt ohnegleichen. Und immer wieder kreisten meine Gedanken einzig darum, wie ich aus dem ganzen Schlammassel wieder rauskommen soll. Ich gebe es nur ungern zu, aber ich habe es kaum eineinhalb Wochen ausgehalten. Dann war ich derart am Ende, dass ich mir sicher war wieder massiv krank zu werden, wenn es so weiterginge. Ich brach das Praktikum ab, was weder an der zugewiesenen Arbeit noch an den Mitarbeitern lag. Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, was mir ehrlich gesagt als Grund etwas zu dürftig und vor allem unberechtigt erscheint.

Was ist nur los mit mir? Warum möchte ich lieber als Kommissioniererin im Lager oder als Produktionshelferin arbeiten als in einem Büro?

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Vier Wochen ist es jetzt her, seit nichts mehr ging. Zeldox und zwei Wochen Auszeit scheinen etwas geholfen zu haben. Probleme bereiten mir jetzt aber noch die Schwindelgefühle und Erschöpfungszustände, die ich zunächst noch auf meine gleichzeitige schwere Erkältung geschoben hatte. Nun denke ich, dass ich einfach noch nicht über den Berg bin und noch etwas Zeit brauche, damit sich wieder alles auf ein Normalmaß einpegeln kann. Als sich in dieser Woche wieder mal ein “Ich-kann-nicht-mehr” manifestierte, habe ich die Reißleine gezogen und mir für den Rest der Woche Urlaub gegönnt. Ich fühle mich schwach und müde. Und glücklich, weil der Ausnahmezustand, von dem ich kürzlich berichtete mich mutig genug gemacht hat, um mich auf jemand Neues in meinem Leben einzulassen. Ein wunderbares Gefühl, das mich in Zweisamkeit meinen derzeitigen Gesundheitszustand vergessen lässt.

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Es ist schon manchmal eigenartig, mitunter aber auch interessant, was im Administrationsbereich meines Blogs unter Top-Suchen erscheint. Ich habe mich deshalb dazu entschieden auf einige der Fragen einzugehen. Los geht’s mit der Frage: “Soll ich mich nochmal auf einen manisch-depressiven einlassen?”

Da ich selbst manisch-depressiv bin, könnte man erwarten, dass meine Antwort in etwa so ausfällt: “Ja klar, selbstverständlich. Wir sind durchaus liebenswerte Menschen und mit uns kann man – wie mit anderen Menschen auch – gute und schlechte Zeiten durchleben.”

Tatsächlich kann ich das aber nicht so positiv beantworten, weil es mir an manchen Tagen trotz Medikamente nach zuviel Stress so dermaßen übel geht, dass ich mich als eine Zumutung für mich selbst empfinde und mich am liebsten von mir selbst befreien würde. Schwierig, in so einem Zustand mit mir umzugehen und wie schwierig muss dies dann erst für einen Außenstehenden sein. Auch Stimmungsschwankungen, die einen selbst fast in der Luft zerreißen, weil sie derart auseinanderklaffen, dass sie kaum auszuhalten sind, sind für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Wie kann jemand, der an dem einen Tag noch so viel Energie hatte, dass er die Welt aus den Angeln hätte heben können am nächsten Tag in emotionalen Minusgraden unterwegs sein? Und was ist, wenn die Stimmung sogar noch psychotische Zustände mit sich bringt und man beispielsweise Dank Verfolgungswahn die Flöhe husten hört? Alles nicht so einfach.

Auch darf man nicht vergessen, dass es nicht den typischen manisch-depressiven Menschen gibt. Die Ausprägungen der Krankheit liegen bei dem einen vielleicht eher im depressiven Bereich mit gelegentlichen Hypomanien, während ein anderer mit ausgeprägten Manien zu kämpfen hat. Alles in allem haben diese unterschiedlichen Typen aber auch symptomfreie Zeiten, in denen sie wiederum ganz anders auftreten und leben.

Wenn man sich auf einen manisch-depressiven einlassen möchte, ist wohl eine Menge beidseitiger Offenheit und Einfühlungsvermögen notwendig, damit eventuelle stressbedingte Schwankungen, die auch auftreten können obwohl man medikamentös gut eingestellt ist, nicht beiden Partnern den Boden unter den Füßen wegziehen.

Momentan tritt die Krankheit für mich in den Hintergrund, um nicht zu sagen “Ich fühle mich grad mehr als gesund!” Es gibt seit kurzem jemanden, der es zu wagen scheint, sich auf mich einzulassen und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit die Krankheit sich nicht zwischen uns stellt.

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hat mir Kathrin von drüberleben mit diesem Ausspruch:

“…Diese Erkrankung ist ein mieses, großes Arschloch und ich weiß am Anfang eines Tages nie, ob das Arschloch oder ich den Tag haben darf, um damit zu spielen. Ich weiß nicht, ob ich gesund bleiben darf und sein werde und ich weiß nicht, ob “es” irgendwann wiederkommt…”

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Es ist ein Strudel, der mich packt und festhält. Inmitten dieses Strudels bin ich stark und mutig. Er fühlt sich angenehm an und lässt mich nicht mehr los.

In seinem Zentrum ist ein Gedankenkonstrukt, das nicht der Art und Weise entspricht, wie ich unter normalen Umständen vorgehen würde. Es suggeriert mir, die einzig richtige Vorgehensweise zu sein, die mich aus meinem bisherigen Leben herausholen und mich zu neuen verheißungsvollen Ufern bringen kann. Obwohl die Art vorzugehen so fremd für mich und meinen Charakter ist, scheint sie die einzige Möglichkeit zu sein und ihre Fremdartigkeit für mich ein wichtiger Lernprozess. Ich muss mich nur darauf einlassen und so handeln, wie es mir das Gedankenkonstrukt vorgibt. Vorbehalte oder ein Nachdenken über mögliche Konsequenzen gibt es in diesem Gedankenstrudel, der sogar körperlich spürbar ist, nicht.

In dem Moment, wenn ich das Gedankenkonstrukt in die Tat umsetze, spüre ich nochmal zusätzlich eine enorme Kraft und bin nachher völlig davon überzeugt, das einzig Richtige getan zu haben. Genauso plötzlich wie er gekommen ist, ist im Anschluss der Gedankenstrudel wieder weg – dann sind Konsequenzen zu tragen.

Unangenehme Konsequenzen. Fast immer.

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Wenn gewisse Symptome mehr oder weniger zum Alltag gehören, fällt es schwer die wirklich wichtigen Vorzeichen zu erkennen. Mir zumindest. Vielleicht hätte es nicht soweit kommen müssen…

Heute morgen saß ich im Auto und konnte einfach nicht mehr länger verdrängen, dass ich am Rande meiner Kräfte angelangt bin. In meinem Kopf rotierte nur noch der unendliche Gedankenkreisel. Zwischendurch auch klare Gedanken und das Erkennen, so nicht weitermachen zu können – ohne Hilfe. Ich bekam einen Notfalltermin, der für mich erstmal zwei Wochen Auszeit zu Hause in meiner geschützten Umgebung und eine zusätzliche Einnahme von täglich 2 x 20 mg Zeldox bedeutet. Ich hoffe, dass sie mir kurzfristig den Verstand wegpusten, auch wenn dies genau das ist, wovor ich Angst habe.

Edit: Am nächsten Tag habe ich viel geschlafen und zusätzlich noch eine gesegnete Nachtruhe gehabt. Ob das von der Zeldox-Einnahme kommt oder ob es daran liegt, dass ich gerade Zeit und Raum habe zur Ruhe zu kommen, weiss ich nicht. Die Zeldox ‘pusten’ jedenfalls nicht den Verstand weg ;)

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In den letzten Wochen frage ich mich öfter, was eigentlich real ist und was ich mir nur einbilde. Ein zuviel an Energie löst bei mir auch meist ein verändertes Denken aus. Auch wenn es sich momentan wieder eher im positiven Bereich abspielt, ist es doch beängstigend wenn sich das Denken verselbständigt und ungehemmt jemand Außenstehenden als Projektionsfläche benutzt. Die Gedanken kreisen und finden Erklärungen, die schon am nächsten Tag hinfällig sind, da mit etwas gefühlsmäßigem Abstand eben doch alles wieder ganz anders aussieht. Ich kann mich in Gedanken hineinsteigern und mich in phantasievollen Geschichten verlieren, die ich endlos genießen kann und manchmal auch einfach möchte. So farbig und lebendig, so voller Gefühl und Zärtlichkeit – Dinge die mir in der sogenannten Realität fehlen.

Wertvolle Gedankenzeit und doch ist und bleibt es ungelebte Zeit.

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“…Im Alltag eines nicht behandelten, schizophrenen Menschen ist es genau dieser Hang zum schrägen Assoziieren, der zur Wahnbildung beiträgt. Legendär ist jener Patient, der fluchtartig das Speiselokal verließ, nachdem er auf der Menükarte das Wort ‘Spaghetti’ entdeckt hatte. Allzu schnell gelangte er von dort zu Italien und damit geradewegs zur Mafia. Kein Wunder: Während einer akuten Psychose bricht die linkshemisphärische Sprachdominanz zusammen. In diesem Moment werden dem Assoziieren keine Grenzen mehr gesetzt, und der Betroffene zieht Schlüsse, die für Gesunde nicht mehr nachvollziehbar sind…”

[Quelle: Gehirn & Geist Dossier Nr. 2/2011 - Glaube und Aberglaube]

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Wir versuchen es mit etwas mehr Lithium. Die letzten Kapriolen haben mir doch ganz schön Angst gemacht…

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