Es ist schon manchmal eigenartig, mitunter aber auch interessant, was im Administrationsbereich meines Blogs unter Top-Suchen erscheint. Ich habe mich deshalb dazu entschieden auf einige der Fragen einzugehen. Los geht’s mit der Frage: “Soll ich mich nochmal auf einen manisch-depressiven einlassen?”
Da ich selbst manisch-depressiv bin, könnte man erwarten, dass meine Antwort in etwa so ausfällt: “Ja klar, selbstverständlich. Wir sind durchaus liebenswerte Menschen und mit uns kann man – wie mit anderen Menschen auch – gute und schlechte Zeiten durchleben.”
Tatsächlich kann ich das aber nicht so positiv beantworten, weil es mir an manchen Tagen trotz Medikamente nach zuviel Stress so dermaßen übel geht, dass ich mich als eine Zumutung für mich selbst empfinde und mich am liebsten von mir selbst befreien würde. Schwierig, in so einem Zustand mit mir umzugehen und wie schwierig muss dies dann erst für einen Außenstehenden sein. Auch Stimmungsschwankungen, die einen selbst fast in der Luft zerreißen, weil sie derart auseinanderklaffen, dass sie kaum auszuhalten sind, sind für Außenstehende schwer nachvollziehbar. Wie kann jemand, der an dem einen Tag noch so viel Energie hatte, dass er die Welt aus den Angeln hätte heben können am nächsten Tag in emotionalen Minusgraden unterwegs sein? Und was ist, wenn die Stimmung sogar noch psychotische Zustände mit sich bringt und man beispielsweise Dank Verfolgungswahn die Flöhe husten hört? Alles nicht so einfach.
Auch darf man nicht vergessen, dass es nicht den typischen manisch-depressiven Menschen gibt. Die Ausprägungen der Krankheit liegen bei dem einen vielleicht eher im depressiven Bereich mit gelegentlichen Hypomanien, während ein anderer mit ausgeprägten Manien zu kämpfen hat. Alles in allem haben diese unterschiedlichen Typen aber auch symptomfreie Zeiten, in denen sie wiederum ganz anders auftreten und leben.
Wenn man sich auf einen manisch-depressiven einlassen möchte, ist wohl eine Menge beidseitiger Offenheit und Einfühlungsvermögen notwendig, damit eventuelle stressbedingte Schwankungen, die auch auftreten können obwohl man medikamentös gut eingestellt ist, nicht beiden Partnern den Boden unter den Füßen wegziehen.
Momentan tritt die Krankheit für mich in den Hintergrund, um nicht zu sagen “Ich fühle mich grad mehr als gesund!” Es gibt seit kurzem jemanden, der es zu wagen scheint, sich auf mich einzulassen und ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit die Krankheit sich nicht zwischen uns stellt.
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